Prunksitzung 2016

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Urlaub vom Alltag mit hohem Spaßfaktor

 

Mal schnell vier Stunden Urlaub mit Spaßfaktor zum Sonderpreis? Wer dabei eine ordentliche Portion Narretei vertragen kann, hatte seine Karte beim C.C. Blau Weiss unter dem Motto „Aloha he, die Faschingszeit ist immer schee“ am Samstagabend richtig gebucht. Vor traumhafter Kulisse in Tropenoptik geht es „ab in den Süden“.

Dabei verwandeln die Aktiven, Gastredner und -tänzer zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das katholische Gemeindezentrum St. Christophorus in ein Resort zum Lachen und Schunkeln bei Klatschgymnastik. Geboten wird Programm von und mit den Jüngsten bis hin zu einer spektakulären Tanzdarbietung einer „Seniorengruppe“ gespickt mit Büttenreden über Gott und die Welt.

Begrüßt mit einer Blumenkette und Prickelgetränk nimmt das turbulente Treiben präsentiert von Vorsitzender Jeanette Huck und Präsident Frank Ziegler seinen Lauf. Es wird schon eng, wenn alle Akteure sich beim Einmarsch zur Musik des Fanfarenzuges der Rennstadt auf und vor der Bühne formieren.

Applaus gibt es aus dem gut besetzten Saal. Dort sitzt auch die echte Prinzessin Sandra III. von der Astoria Störche aus Walldorf. Sie, ihr Sitzungspräsident und der Elferrat der Störche fügen der Stimmung ein ab und an lautstarkes Quäntchen bei, sagen mit Schildern dem eigenen Durst den Kampf an.

Erste Rakete für Jugendgarde

Das obligate dreifache „C.C. Olé“ kommt wie geschmiert und unaufgefordert aus allen Kehlen, ist neben dem Surfer-Orden der Dank an die vielen Programmgestalter. Dass der C.C. dabei auf die eigenen Reihen zugreifen kann, zeigen etwa die zwar zahlenmäßig nicht sehr großen, dabei nicht minder in Technik und Sportlichkeit versierten Gardegruppen. Im Marschtakt schwingt die Jugend ihre Beine, bildet Ketten zum Cancan-Schritt. Klar, dass hier die erste Rakete des Abends ansetzt – die jungen Damen haben es verdient.

Auch später mit ihrem niedlichen Showtanz mit Riesen-Quietsche-Entchen. Satte Sätze brettert Youngster Julia Strifler, Newcomer in Sachen Büttenreden, ins Publikum. Die Siebenjährige hat es schwer mit einem echten Fasnachtspapa. Sie lamentiert und beweist Potenzial: „Un eh Woch‘ vor Fasnacht isser nemmer zu halte, der Knoche, der alte.“ Tolle Leistung ganz ohne Zettel und Konzept vorgetragen. Rakete und Beifall für die Nachwuchsnärrin.

Ohne „Helene“ geht es nicht. Katharina Lundschien hat „Tanz auf dem Vulkan“ dabei. Die Sängerin der Astoria Walldorf besingt Foxtrottrunden mit Launekrachern. Zu fetziger Marschmusik legen die Gardetanz-Aktiven ihre Räder, Pirouetten und Sprünge aufs Parkett. Im Showtanzbereich sind zwei von ihnen auf der Bühne: Als Duo „Chaos hoch drei“ bezaubern Anna-Lisa Ziegler und Rebecca Würmser mit Bobbycar und verwegenen Schrittfolgen, die nicht selten in gemeinsamen Figuren gipfeln. Für die Tänze gilt allgemein – Daumen hoch!

Ein pinkfarbener Nicki-Jogginganzug, blonde Locken und ein Problem mit dem Gewicht – Vorsitzende Jeanette Huck versetzt irgendwann den Diäten einen verbalen Tritt, bilanziert pfundig, dass sie lieber bleibt, wie sie ist. Bevor Bauchredner Andreas Knecht seinen Vogel Gregor freche Sprüche üben lässt, erfreuen die Flashdancers Walldorf mit einem kunterbunten, rasant getanzten Amerika-Beach-and-more-Medley. Rakete? Na sicher.

„Elvis“ Heil springt auf die Tische

Während sich Axel Samuel vom Blau-Weiss-Patenverein Luxe Altlußheim mimikstark auf die wenig beschneite Piste wagt, schnappt sich „Chi-Cha“ Armin Heil Lederjacke und Sonnenbrille und gibt Elvis „in Disguise“. Dabei springt er auf die Tische und zerrt sein Publikum mit. Altbewährt und immer für Kalauer und Lachattacken gut sind Boxer und Michel von den Rohrhöfer Göggeln.

Damit noch einmal Schwung in die Zuschauer kommt, geben die „Dubbeglas Kehlscher“ aus Grünstadt ihr Bestes, etwa mit Udo-Jürgens-Evergreens. Wenig nette Worte hat Andreas Ciara als „Papa“ für seine neue sächselnde Flamme, die Lacher hat er allerdings auf seiner Seite.

Final geht es höchstakrobatisch zu Sache: Flott am Rollator kredenzen die Golden Dancer das krasse Gegenteil von „auf dem Abstellgleis“, „altes Eisen“ oder gar „müde Knochen“. Bombastisch elastisch platzieren die acht Frauen und zwei Männer, die Gesichter unter dickem Old-Age-Makeup verborgen, flott ihre Rollis am hinteren Bühnenrand und dann gibt’s alles was zum Gardetanz gehört: Formation, Gruß, Sprünge, Spagat. Grandios.

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Frenetisch mit Applaus versorgt endet ein unterhaltsamer Abend, der zum ersten Mal seit Jahren im familiären Rahmen des Gemeindezentrums und nicht mehr in der Stadthalle stattfand.

Archiv-Artikel vom Montag, den 18.01.2016

Von unserer Mitarbeiterin Sabine Zeuner

© Hockenheimer Tageszeitung, Montag, 18.01.2016